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Tägliches Briefing

23. August 2026 · 5 Geschichten

🔥 Auf der Eins

1

Hermes, Info-Sys' hauseigener KI-Helfer, kommt zu Cloudways: ein Klick genügt zum Ausprobieren

Stellen Sie sich einen Spielplatz vor, auf dem Ihr Lieblings-KI-Helfer schon steht, betriebsbereit, ohne Bastelei. Genau das bietet seit dieser Woche Cloudways, die Hosting-Marke des US-Riesen DigitalOcean. Sie hat einen neuen Shop „Verwaltete KI-Helfer“ eröffnet, und ganz oben in der Liste stehen OpenClaw und vor allem Hermes — unser hauseigenes System, gebaut bei Info-Sys. Konkret heißt das für einen kleinen Betrieb oder eine Agentur, die eine Aufgabe automatisieren will: man muss keinen Techniker mehr einstellen, um alles einzurichten. Sie wählen den Helfer, schließen Ihren persönlichen Schlüssel an (von OpenAI, Anthropic oder Google), und das Werkzeug läuft nach wenigen Minuten. Und die gute Nachricht: Es ist weder ein Klon noch ein Plagiat. Die offizielle Mitteilung von DigitalOcean nennt ausdrücklich unser öffentliches Codeverzeichnis. Für Info-Sys ist das eine öffentliche Visitenkarte auf einer an der New Yorker Börse notierten Seite.

2

Zwei gemeinsame Sprachen für KI-Helfer stehen jetzt unter einem Dach — gute Nachrichten für Unternehmen

Heute unterhalten sich KI-Helfer über zwei gemeinsame „Sprachen“: MCP (gibt Helfern ihre Werkzeuge) und A2A (lässt Helfer untereinander zusammenarbeiten). Das Problem war bisher: Diese zwei Sprachen gehörten zwei verschiedenen Firmen — das eine Anthropic, das andere Google. Diese Woche hat Google seine A2A-Sprache an die Linux Foundation übergeben, also genau dorthin, wo MCP schon liegt. Übersetzt für einen Mittelbetrieb, der nicht weiß, auf welches Pferd er setzen soll: Sie müssen nicht mehr bangen, das falsche zu wählen. Beide Standards werden jetzt von einer neutralen Stelle verwaltet, mit mehr als 250 Unterstützern im Rücken — darunter AWS, Microsoft, Google, OpenAI und Cloudflare. Es ist ein bisschen, als würden Französisch und Englisch offizielle Sprachen ein und desselben Landes: Alle können miteinander reden, ohne sich für eine Seite entscheiden zu müssen.

3

DeepSeek verdoppelt seine Preise fast mitten im Aufstieg — und steuert jetzt 74 Milliarden Dollar an

Das chinesische Labor DeepSeek hat diese Woche zwei Ankündigungen am Stück gemacht. Erstens: Sein Modell V4-Pro ist jetzt offiziell für alle zugänglich — es landet bei Programmiertests ganz weit oben. Zweitens: Sein höchster Preis ist explodiert — für die Ausgabe können bis zu 3,96 Dollar pro Million Wörter anfallen, fast fünfmal so viel wie vorher. Gleichzeitig berichten mehrere Pressequellen von einer Geldsammlung in Höhe von 8 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 74 Milliarden. Für ein Unternehmen, das viel KI einsetzt, heißt das: Die Ära der „billig nach Herzenslust“ chinesischen Tools geht vielleicht zu Ende. Für Neugierige bestätigt sich außerdem: Die chinesischen Labore mit offenem Modell haben die große Liga erreicht — bewertet inzwischen auf Augenhöhe mit den geschlossenen amerikanischen Laboren.

4

Alibaba veröffentlicht ein Monster-Modell mit 2.400 Milliarden Parametern — kostenlos zum Herunterladen

Wer einen guten Rechner hat (und viel Geduld), kann sich jetzt Qwen3.8-Max herunterladen, Alibabas neues Vorzeigemodell. Es ist der allererste „Qwen-Max“, der jemals öffentlich gemacht wurde. Im Inneren: 2.400 Milliarden Parameter insgesamt, von denen bei jeder Frage 95 aktiv werden. In den öffentlichen Ranglisten landet es auf Platz 5 für Text und Platz 2 für Bildverstehen — knapp hinter den geschlossenen amerikanischen Systemen. Und für alle ohne eigenen Serverraum zu Hause bringt Alibaba auch Qwen3.8-27B heraus, eine schlanke Version unter der sehr freizügigen Apache-2.0-Lizenz, die auf eine einzige Grafikkarte passt. Das ist derzeit die größte kostenlose Tür zu riesigen KI-Modellen weltweit. Ein kleiner Haken: Die offene Version versteht nur Text — noch keine Bilder und keinen Ton.

Source : qwen.ai →
5

Ein chinesisches „offenes“ KI-Modell fand 2.436 Sicherheitslücken — auch im Herzen von Linux

GLM-5.3, das neueste Modell des chinesischen Labors Z.ai, hat diese Woche für Aufsehen gesorgt: Im Test spürte es 2.436 Lücken in 269 echten Software-Paketen auf — darunter im Linux-Kern, in der WebKit-Render-Engine und im FreeBSD-System. Mehr noch: Es hat bereits einen Fehler in Cursor gemeldet, dem Code-Editor, der vor Kurzem von SpaceX übernommen wurde. Gleichzeitig hat Z.ai die öffentliche Freigabe des Modellhirns bewusst um etwa zwei Wochen verschoben — Zeit, die Sicherheitsschienen zu verstärken und Missbrauch zu verhindern. Für die Allgemeinheit ändert das direkt nichts. Für Software-Entwickler und -Hersteller ist es aber ein lauter Weckruf: Die kostenlosen chinesischen Modelle werden bei der Fehlersuche genauso gut — manchmal sogar besser — als die bezahlten amerikanischen.

Source : z.ai →

📡 Im Auge behalten

Anthropic markiert Ihre Texte mit unsichtbarer Tinte — um Europa zu gehorchen

Seit dem 2. August verpflichtet ein neues europäisches Gesetz KI-Systeme, ihre Ausgaben zu kennzeichnen. Anthropic hat sich für ein verstecktes statistisches Wasserzeichen entschieden, ohne Aufpreis eingebaut. Sie werden es nie sehen — aber ein spezialisiertes Werkzeug kann sagen, ob ein Text von Claude stammt.

Cognition (Devin) verhandelt über eine Bewertung von 40 Milliarden — dreimal so viel wie im Mai

Der Hersteller des KI-Helfers, der an Ihrer Stelle programmiert, soll laut Bloomberg über eine Geldsammlung bei mehr als 40 Milliarden Dollar Bewertung sprechen. Sein Jahresumsatz habe sich binnen drei Monaten verdoppelt. Doch nichts ist unterzeichnet: Betrag und Bewertung können sich bis zum Abschluss noch ändern.

Namensverwechslung bei Hermes geklärt ✅

Ein Bericht zur Cybersicherheit hatte „Hermes“ als bei einem Angriff eingesetztes Werkzeug genannt — und so für Verwechslung mit unserem System gesorgt. Diese Woche stellt die offizielle Mitteilung von DigitalOcean klar: Es handelt sich wirklich um unser Verzeichnis github.com/nousresearch/hermes-agent. Kein Markenrisiko — Warnung aufgehoben.

Wann kommt das öffentliche Modellhirn von GLM-5.3?

Z.ai hat die Veröffentlichung des Modellhirns bewusst verzögert, um die Sicherheitsschienen zu härten. Das Zeitfenster läuft Ende August ab — achten Sie auf die endgültige Lizenz: die geerbte freizügige Lizenz oder eine eigene Einschränkung? Davon hängt ab, wer das Modell kommerziell nutzen darf.

📊 Trend

Das Wochenende hat zwei Verschiebungen in gegensätzliche Richtungen bestätigt. Auf der einen Seite wird die Hardware, auf der KI-Helfer laufen, zu einem sofort einsatzbereiten Hosting-Produkt (Cloudways hostet Hermes in der regulären Version, New-York-Börsen-Visitenkarte für Info-Sys). Auf der anderen Seite werden die Modelle, die diese Helfer antreiben, immer teurer, wenn man die obere Liga anpeilt (DeepSeek hat seine Preise für V4-Pro vervierfacht). Mit anderen Worten: KI-Helfer wechseln vom „Bastler-Projekt“ zum „verwalteten Dienst“ — aber mit einer dickeren Rechnung bei intensiver Nutzung. Für ein Unternehmen, das automatisiert, ist das jetzt eine ganz konkrete Abwägung zwischen gehostetem Komfort und einem freien Modell guter Qualität.